Kartoffelallergie

Kartoffelallergie: Symptome und Ursachen für Allergiker

Die Kartoffelallergie gehört zu den Lebensmittelallergien und kommt sehr selten vor, es sind aber Kreuzallergien zur Kartoffel bekannt. Eine Allergie gegen die Kartoffel tritt zumeist nur bei rohen Kartoffeln auf, beim Verzehr von gekochten oder frittierten Kartoffeln sind allergische Reaktionen sehr selten. Allerdings ist bekannt das Menschen mit bereits bestehenden Allergien wesentlich häufiger auf Kartoffeln reagieren. Betroffen sind zumeist Menschen mit einer Haselnussallergie oder Birkenpollenallergie, aber auch bei Latexallergikern konnten Kreuzreaktionen beobachtet werden.


Eine direkte Kartoffelallergie entwickelt sich zumeist sehr langsam und kommt recht selten vor, viel häufiger treten Symptome bei Menschen mit anderen Allergien auf. Beim Verzehr von gekochten oder gebratenen Kartoffeln sind nur sehr selten Reaktionen zu beobachten. Zumeist kommen allergische Reaktionen vor wenn Hautkontakt zu den rohen Kartoffeln besteht, beim Schälen von Kartoffeln, oder bei der Weiterverarbeitung der rohen Kartoffel in der Küche und der Gastronomie. Als Hauptauslöser wird hierbei das Ätherische-Öl der Kartoffel vermutet welches sich allerdings durch das erhitzen über 100°C verflüchtigt, bzw. zerstört wird. Bei gekochten Kartoffeln oder Kartoffelpüree können noch Reste des Allergens enthalten sein wenn diese nicht heiß genug geworden sind. Beim Braten oder Frittieren sollten diese allerdings komplett zerstört werden.

kartoffelallergieDie Kartoffel aus der Familie der Nachtschattengewächse „Solanaceae“ kommt ursprünglich aus Südamerika und wird seit dem 18 Jahrhundert auch in Europa als Lebensmittel angebaut. Es sind über 1000 verschiedene Arten bekannt welche Weltweit angebaut werden und in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln zählen. Die Süßkartoffel ist nur entfernt mit der Kartoffel verwandt und spielt für Allergiker in Europa nur eine untergeordnete Rolle. Kartoffeln werden nicht nur gekocht, gebraten und frittiert sondern auch in vielen anderen Produkten verarbeitet, sie dient auch als Futtermittel und als Rohstoff in der Industrie. In Lebensmitteln kommt oft auch Kartoffelmehl oder Stärke vor, zudem gibt es Hunderte von Gerichten und Zubereitungsarten für Kartoffeln. Die Kartoffel enthält nicht nur Stärke sondern auch viel Vitamin-C und Eiweiß. Von der Kartoffel werden nur die Knollen oder auch Erdäpfel gegessen, der Grüne Teil der Pflanze und die Blüten werden nicht genutzt.

Symptome der Kartoffelallergie

Wie schon erwähnt entwickelt sich eine Allergie gegen Kartoffeln erst mit der Zeit wenn unser Immunsystem gegen das Allergen sensibilisiert wurde. Wenn bereits eine Kreuzallergie besteht oder das Immunsystem Sensibilisiert ist können auch Sofortreaktionen auftreten.

  • Hautrötungen, Hautschuppungen, Ekzeme, Kontakturtikaria
  • Hautjucken, Pusteln und Pickel
  • Bläschen oder Pusteln im Rachen
  • Brennen und Jucken auf der Zunge, Anschwellen von Zunge und Lippen
  • Brennen und Jucken im Rachenraum
  • Schluckbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Durchfall
  • Bei Kreuzallergien auch Anaphylaktische-Reaktionen, Allergieschock

Wer diese Symptome nach dem Verzehr oder dem Hautkontakt zu Kartoffeln feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann dann feststellen auf welche Stoffe man reagiert, dabei ist es wichtig auf bereits bestehende Allergien hinzuweisen. Der Arzt kann dann anhand eines Allergietests genau feststellen gegen welches Allergen die Symptome auslöst werden. Zumeist wird bei der Kartoffelallergie der Pricktest eingesetzt, alternativ kann aber auch ein IgE-Test durchgeführt werden. Bei einer Lebensmittelallergie gegen Kartoffeln kann auch ein Provokationstest durchgeführt werden bei dem durch den Verzehr eine kleinen Menge roher Kartoffeln eine Reaktion festgestellt werden kann.

Kreuzallergien gegen Kartoffeln

Bekannte Kreuzallergien zur Kartoffel sind die Latexallergie, aber auch Birkenpollenallergiker oder Menschen mit einer Haselnussallergie können auf Kartoffeln reagieren. In Zusammenhang mit der Latexallergie können auch Allergene welche mit der Frucht-Latex-Allergie in Verbindung gebracht werden Reaktionen auslösen.

Ich habe eine Allergie gegen Kartoffeln, was ist zu beachten ?

Kartoffelallergiker sollten in jedem Fall das Allergen vermeiden, auch wenn der Verzehr oft relativ ungefährlich ist muss der Kontakt mit rohen Kartoffeln vermieden werden. Kartoffeln sollte man also nicht selber schälen oder roh in der Küche verarbeiten. Auf Fertiggerichte sollte man in der Regel verzichten da man nicht weiß wie stark diese Erhitzt wurden und ob sich noch Reste des Allergens in diesen befinden. Am besten werden Kartoffeln frittiert oder gebraten, Pommes Frites sind zumeist ungefährlich. Auch in der Kartoffelstärke welche oft zum Andicken, in Soßen oder Geback benützt wird sind zumeist keine Allergene mehr enthalten. Besonders sensible Allergiker sollten den Kontakt oder den Verzehr von Kartoffeln komplett vermeiden.

Bei der Behandlung der Symptome kommen zumeist Antiallergika zum Einsatz welche die Symptome der allergischen Reaktion unterbinden oder abschwächen. Bei Hautreaktionen werden Salben verschrieben die oft Kortison enthalten können.

Bei vielen Lebensmittelallergien ist auch eine Immuntherapie möglich, ob diese auch bei Kartoffeln erfolg haben kann wissen wir nicht. Das sollte im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt geklärt werden. Bei einer Immuntherapie oder der sogenannten Desensibilisierung, werden dem Patienten kleine Mengen des Allergens über einen langen Zeitraum verabreicht. Das Immunsystem kann sich an das Allergen gewöhnen und es treten evt. keine Symptome mehr auf oder werden stark verringert.

Gerade Menschen bei denen eine Kreuzallergie vorliegt können eine Allergische-Reaktion oft nicht vermeiden weil sie mit vielen unterschiedlichen Allergenen in Kontakt kommen. Eine Desensibilisierung kann den Alltag erleichtern. Allerdings kann diese Behandlung sehr lange dauern da sich der Körper nur sehr langsam an das Kartoffel-Allergen gewöhnt.