Latexallergie

Latexallergie: Symptome Ursachen und Tipps für Latexallergiker

Immer mehr Menschen sind von der Latexallergie betroffen und reagieren auf Produkte welche Naturlatex enthalten, oder bilden eine Kreuzallergie gegen bestimmte Pflanzen und Nahrungsmittel aus. 


latexallergieEine Latexallergie wird durch Naturlatex welcher in zahlreichen Produkten wie zb. Matratzen und Einmal-Handschuhen verarbeitet wird ausgelöst. Auch bei Zimmerpflanzen sollte man darauf achten, welche Pflanzen man in seiner Wohnung pflegt. Die in vielen Haushalten gepflegte Birkenfeige bzw. Ficus-Benjamin ist für viele Latexallergiker ein Grund für allergische Reaktionen und können durch den Kontakt ausgelöst werden. Auch in anderen Gewächsen findet man Naturlatex, zu diesen Pflanzen gehören unter anderem auch der sogenannte Weihnachtsstern. Es können auch Kreuzallergien ausgelöst werden,  Latexallergiker reagieren auch oft auf Avocados, Kiwis, Bananen, Walnüsse oder Esskastanien. Die Reaktion wird auch oft als orales Allergiesyndrom bezeichnet, bei einer Latexallergie wird diese Kreuzallergie auch oft als „Latex Frucht Syndrom“ bezeichnet der Kontakt mit den genannten Früchten sollte vermieden werden.

Der Naturkautschuk aus dem das Latex hergestellt wird ist schon seit Jahrtausenden bekannt und kam mit der Entdeckung Amerikas nach Europa. Auch heute noch wird ein Großteil des natürlich produzierten Stoffes aus dem Kautschukbaum gewonnen. Um den weltweiten Bedarf zu decken wird aber auch Synthesekautschuk produziert und zu vielen nützlichen Produkten verarbeitet. Es ist also garnicht so einfach für einen Allergiker auf Produkte aus Latex zu verzichten.

Eine Latexallergie lässt sich in verschiedene Allergie Typen einteilen, zum einen in den Sofort Typ 1 und in den spät Typ 4 . Bei der Typ 1 Allergie entstehen im Körper die sogenannten IgE-Antikörper gegen Eiweiße welche im Naturlatex enthalten sind. Bei der  Typ 4 Latexallergie sind oft Zusatzstoffe im Latex die Auslöser der allergischen Reaktion. Der Typ 4 zeigt zumeist verzögert die Symptome nach dem Kontakt mit Latex auf. Anbei eine Liste der Symptome welche die Beschwerden anzeigen.

Latexallergie Symptome

Die Symptome einer Allergie gegen Latex entsprechen denen einer Kontaktallergie und kommen oft direkt nach dem Kontakt mit Latex vor. Bei Reaktionen auf Lebensmittel kann die Reaktion auch verzögert auftreten.

  • Hautentzündungen
  • Juckreiz der Haut, Hautjucken
  • Ekzeme, Hautausschlag
  • Hautreizungen, Hautrötungen
  • Urtikaria, Nesselsucht, Quincke-Ödem, Quaddeln
  • Schweiß, starkes Schwitzen,
  • Augenreizungen, Juckreiz der Augen, Augenjucken
  • Schwellungen der Augen oder der Augenlider
  • Allergischer Schnupfen, Jucken der Nase, Laufende Nase, Naselaufen, Dauerschnupfen
  • In schweren Fällen der Latexallergie, Kreislaufversagen und allergische Schocks die zum Tod führen können.
  • Beim Latexfruchtsyndrom kommt es auch zu Magenschmerzen, Erbrechen oder Durchfall.

Wer diese Symptome bei sich feststellt sollte einen Arzt aufsuchen der einen Allergietest durchführen kann um festzustellen worauf man tatsächlich reagiert. Bei der Anamnese wird genau ermittelt wann die Symptome aufgetreten sind. Für den Allergietest auf Latex wird zumeist ein IgE-Antikörper Test durchgeführt bei dem das Blut auf Antikörper untersucht wird. Es ist aber auch möglich einen Pricktest durchzuführen bei dem die Haut leicht angeritzt und das Allergen aufgebracht wird. Bei Latexallergikern treten dann schon nach kurzer Zeit die ersten Reaktionen auf.

Worin ist Naturlatex enthalten ?

Naturlatex ist nicht nur in medizinischen Geräten und Hilfsmitteln enthalten, sondern auch in vielen Gegenständen, die wir jeden Tag benutzen, wie zb. in Anti-Rutschsocken, Atem- und Faschingsmasken, Babyflaschen, Babysauger/-schnuller, Beatmungsmasken, Einmachgummi, EKG-Zubehör, Fingerlinge, Gummitiere, Einmal-Handschuhe, Pflaster, Kaugummi, Kinderspielzeug, Kompressions-Strümpfe, Kondome, Luftballons, Luftmatratzen, Ohrstöpsel, Pflaster, Radiergummis, Socken, Strümpfe, Strumpfhosen, Wärmflaschen oder auch Matratzen und Regenjacken aus Naturlatex

Um bei einer Allergie gegen Naturlatex keine allergische Reaktion zu entwickeln, ist es also wichtig, dass man bei solchen Produkten auf den Latexgehalt achtet:

  • nur Latexfreie Handschuhe tragen,
  • alle Gummibäume der Gattung Ficus entfernen,
  • nur für Latexallergiker geeignete Kondome verwenden,
  • Bett mit einer latexfreien Matratze ausstatten,
  • im Zweifelsfall (wenn entsprechende Hinweise auf den Produkten fehlen) auf möglicherweise latexhaltige Produkte (wie Kaugummis oder Luftballons) verzichten.

Vor allem bei medizinischen Eingriffen besteht bei einer Latexallergie ein hohes Risiko, eine allergische Reaktion zu entwickeln. Vorbeugen kann man dem durch die Verwendung latexfreier Produkte. Da diese teurer sind als latexhaltige, ist ihr Einsatz häufig eine Kostenfrage. In Krankenhäusern stehen in der Regel beide Produkte, mit oder ohne Naturlatex, zur Verfügung. Für alle Latexallergiker ist es daher unbedingt empfehlenswert, den behandelnden Arzt ausdrücklich auf ihre Allergie hinzuweisen und sich auch nach außen als Allergiker zu erkennen zu geben. Am besten immer den Allergiepass mit sich führen und vor einer Behandlung dem Arzt vorlegen.

Kreuzallergien auf Latex: Latexfrucht-Syndrom

Menschen mit einer Latexallergie können zusätzlich auf ähnlich aufgebaute Eiweißstoffe anderer Pflanzen reagieren, das ist dann eine sogenannte Kreuzallergie. Viele Pflanzen enthalten ähnliche Allergene wie zb. die beliebten Ficus Bäume welche sehr oft in Wohnungen zu finden sind. Auch in Gummibäumen und Kakteen kommen diese Stoffe vor, wer also allergische Reaktionen oder Symptome bemerkt sollte darauf achten ob sich evt. eine dieser Pflanzen in der Wohnung oder dem Raum befinden wo die Symptome aufgetreten sind. Latex-Allergiker leiden oft auch an einer Lebensmittelallergie. Meistens haben Menschen die eine Kreuzallergie zu Latex entwickelt haben Probleme mit tropischen Früchten wie der Banane, Kiwi, Mango oder  Maracuja, Papaya, Ananas. Aber auch die heimische Esskastanie, die Kartoffel, der Sellerie oder Pfirsiche können eine Kreuzreaktion auf Latex auslösen. Diese Kreuzallergie auf die Latexallergie nennt man dann auch das Latexfrucht-Syndrom. Auch in Kaugummi kann Latex oder ein anderer Stoff enthalten sein auf den man dann reagiert.

Ich habe eine Latexallergie, Behandlung und Tipps

Wurde vom Allergologen festgestellt das man an einer Latexallergie leidet muß der Kontakt zu Latex vermieden werden. Hierbei sollte man nicht nur auf Kleidung, Bettwäsche, Kondome und Gummihandschuhe achten sondern auch auf Lebensmittel die eine Kreuzallergie auf Latex auslösen können. In der Regel kann man die meisten Gebrauchsgegenstände auch Latexfrei kaufen. Zu Handschuhen gibt es Produkte welche zb. aus Nitril gefertigt werden, auch Kondome gibt es schon lange Zeit ohne Latex. Alltägliche Gegenstände wie die Matratze im Bett oder Kleidung mit Gummizug können allergische Reaktionen auf Latex auslösen. Man sollte also immer darauf achten worin Latex enthalten ist.

Anbei ein paar Erklärungen zu Latex freien Produkten sowie Produktempfehlungen:

Menschen in Medizinischen-Berufen sind oft von einer Latexallergie betroffen, wenn möglich sollte man auf Produkte umsteigen welche aus Silicon oder Nitril gefertigt sind. Im Klinikalltag begegnen einem leider oft Gegenstände aus Latex. Wenn sich der Kontakt nicht vermeiden lässt sollte man evt. in betracht ziehen den Beruf zu wechseln. Auch vor Behandlungen beim Arzt oder im Krankenhaus sollte man das Personal immer auf diese Allergie hinweisen, zumeist werden immer noch Latexhandschuhe vom medizinischen Personal getragen. Man sollte immer seinen Allergiepass mit zu den Untersuchungen nehmen, damit der Arzt sehen kann worauf er zu achten hat. Man kann auch selber Nitrilhandschuhe mitbringen um sicher zu stellen das auch welche vorhanden sind falls es in der Praxis keine gibt.

Wie wird die Latexallergie behandelt ?

Aktuell ist es noch nicht möglich die Latexallergie zu heilen, man kann nur die aktuten Symptome bekämpfen. Eine Desensibilisierung gegen das Allergen ist bisher noch nicht möglich. Bei Pollenallergikern führt diese Immuntherapie oft zu Erfolg und man kann Beschwerdefrei leben.

Bei akuten Reaktionen auf Latex sowie sichtbaren Symptomen kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. In der Regel werden Antihistaminika oder Kortison vom Arzt verschrieben, bei Atemproblemen oder allergischem Asthma können auch Aerosole welche Salbutamol enthalten genutzt werden. Bei einem allergischen Schock wird vom Arzt oft Adrenalin gespritzt.

Zumeist bekommt man vom Arzt Allergietabletten verschrieben die man am besten immer bei sich führt, für die Behandlung von Hautsymptomen kann man Salben nutzen welche oft Kortisonhaltig sind. Die Symptome werden damit unterdrückt und es kommt relativ schnell zu einer Besserung an den betroffenen Hautstellen. Man kann sich von seinem Arzt auch ein Notfallset zusammenstellen lassen welches man immer bei sich führen sollte. So ist man auch bei unerwarteten Reaktionen gut vorbereitet.



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