Luftreiniger

Sind Luftreiniger für Allergiker geeignet

Luftreiniger filtern Schwebstoffe aus der Raumluft. Diese Geräte sollen bei verschiedenen Allergien hilfreich sein, da die Konzentration der Allergene reduziert werden kann. Neben weiteren Maßnahmen stellen Luftreiniger eine gute Maßnahme dar, um die Symptome bei bestimmten Allergien zu verringern.

Was ist ein Luftreiniger?

Als Luftreiniger werden alle Geräte bezeichnet, die Schwebstoffe aus der Raumluft filtern. Dabei sind unterschiedliche Luftreiniger zu erhalten. Für Allergiker kommen zwei Varianten in Frage:

  • Luftreiniger mit HEPA-Filter
  • Luftreiniger mit Ionisator

HEPA-Filter sind in der Lage, kleinste Partikel bis zu einer Größe von 0,1 Mikron aus der Raumluft zu filtern. Ein Ionisator erhöht die Konzentration der Ionen in der Raumluft. Dadurch werden die sich in der Luft befindenden Partikel schwerer und sinken zu Boden.

Viele Luftreiniger mit HEPA-Filter sind zusätzlich mit der Funktion eines Ionisators ausgestattet, sodass beide Methoden genutzt werden können. Geeignete Geräte die mindestens mit der Note „gut“ getestet wurden, findet man unter dieser Webadresse. Für den Kauf sollte man mindestens 200 Euro einplanen.

Symptomfrei durch Luftreiniger?

Zur Behandlung einer Allergie gehört auch das Meiden der Allergene. Bei einer Nahrungsmittelallergie ist dies wesentlich einfacher als bei Allergien gegen Schimmelpilze, Pollen, Tierhaare oder Hausstaub. Diese Allergene befinden sich oftmals gehäuft in Innenräumen. Wird die Raumluft von diesen Allergenen befreit, können die Symptome einer Allergie stark reduziert werden.

Wie Studien belegten stellen Luftreiniger zwar eine gute, unterstützende Maßnahme für Allergiker dar, aber alleine mit diesen Geräten lässt sich keine Symptomfreiheit erwirken. Dies hängt zum einen mit den Geräten zusammen und zum anderen ist ein Luftreiniger nur ein Element der möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Allergiesymptome.

Luftreiniger mit HEPA-Filter bieten sich bei Allergien gegen Tierhaare, Schimmel, Pollen und Schadstoffe an. Auch bei einer Hausstaub-Allergie können die Symptome gelindert werden. Feinstaub lässt sich jedoch mit einem HEPA-Filter nicht komplett aus der Raumluft filtern. Zudem befinden sich Hausstaubmilben nicht nur in der Luft, sondern beispielsweise auch in der Bettmatratze, sodass weitere Maßnahmen getroffen werden müssen.

Ein Ionisator lässt die Schwebstoffe auf den Boden sinken. Durch Bewegungen im Raum können diese Partikel wieder aufgewirbelt werden.

Luftreiniger alleine reichen nicht

Anhand von Studien konnte bewiesen werden, dass Luftreiniger als alleinige Maßnahme nicht dabei helfen, um eine Symptomfreiheit zu erlangen. Die Symptome konnten sich bei allen Untersuchungen nur bedingt verbessern. Somit sind stets mehrere Maßnahmen zu treffen, um die Allergiesymptome zu reduzieren.

Luftreiniger und Tierhaarallergie

Um die Allergenbelastung effektiv zu verringern, dürften Allergiker nur wenig Kontakt mit den Tieren haben. Ebenfalls dürften die Tiere nicht mit im Haus oder in der Wohnung, zumindest aber nicht im Schlaf- und Wohnzimmer leben.

Bei einer Tierhaarallergie handelt es sich meistens um eine Überreaktion auf Stoffe, die sich im Speichel, im Schweiß, im Urin oder im Talg der Hunde und Katzen befinden und sich an den Haaren haften. Allergische Symptome treten auf, wenn die Partikel in die Raumluft gelangen oder das Tier angefasst wird.

Ein HEPA-Luftreiniger kann die Symptome einer Hundehaarallergie (Allergie gegen das Allergen Can f1) reduzieren. Dies ist aber nur dann möglich, wenn der Hund aus den Zimmern herausgehalten wird, in denen man sich längere Zeit aufhält (Schlafzimmer, Wohnzimmer). Dasselbe gilt für Allergien gegen Katzenhaare. Solange sich die Tiere mit in diesen Räumen aufhalten, kann die Belastung der Allergene auch durch einen Luftreiniger nicht ausreichend genug minimiert werden.

Luftreiniger und Hausstauballergie

Eine Hausstauballergie wird durch den Kot einer Milbe verursacht. Dieser Milbenkot befindet sich zwar auch in der Raumluft, aber ebenso unter anderem in Bettdecken, Matratzen, Sofas und Teppichen.

Der Luftreiniger kann Abhilfe verschaffen, wenn auch weitere Maßnahmen getroffen werden. Dazu gehören beispielsweise spezielle Bezüge für die Matratze, allergiefreundliche Bettbezüge sowie regelmäßiges, feuchtes Staubputzen. Bestenfalls werden die Teppiche gegen einen Bodenbelag ausgetauscht, der nass gewischt werden kann. Wer lieber beim Teppich bleiben möchte, sollte sich einen Staubsauger mit HEPA-Filter beschaffen.

Durch diese Maßnahmen werden der Staub und damit der Milbenkot in den Räumen reduziert. Die Staubpartikel, die sich dann noch in der Raumluft befinden, können mit einem Luftreiniger gefiltert werden.

Luftreiniger und Pollenallergie

Die meistens saisonbedingte Pollenallergie lässt sich unter anderem mit einem Luftreiniger lindern. Die Betroffenen können sich zu Zeiten mit hoher Pollenbelastung nur kurz draußen aufhalten. Die Pollen gelangen aber auch in die Innenräume und dort kann, im Gegensatz zu der Luft außerhalb der Wohnung, für eine Entlastung durch einen Luftreiniger gesorgt werden.

Der Luftreiniger sollte einen HEPA-Filter besitzen, denn dieser ist am besten in der Lage solche feinen Partikel wie Pollen aus der Luft zu filtern. Empfehlenswert ist ein Gerät, das zusätzlich mit einem Iosinator ausgestattet ist. Dadurch können die Pollen auf den Boden sinken und entweder nass aufgewischt oder mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter aufgesaugt werden.

Obwohl Luftreiniger eine effektive Maßnahme für Pollenallergiker sind, sollten trotzdem weitere Vorkehrungen getroffen werden, zum Beispiel folgende:

  • Durch einen Aufenthalt im Freien setzen sich die Pollen auch in den Haaren fest. Deshalb sollten Pollenallergiker abends ihre Haare waschen und somit vor dem Schlafen die Allergene entfernen.
  • Pollen haften ebenfalls an der Kleidung. Deshalb sollte die getragene Kleidung nicht ins Schlafzimmer gelegt werden.
  • Die Räume müssen natürlich auch während der Pollenzeit gelüftet werden. Innerhalb einer Stadt fliegen von morgens sechs bis acht Uhr weniger Pollen. Wer auf dem Land lebt, sollte die Zeit von 18 bis 24 Uhr nutzen, um seine Wohnräume zu lüften.
  • Oftmals können Pollenallergiker während der Pollenzeit verschiedene Nahrungsmittel nicht vertragen. Pollen enthalten Proteine und einige Proteine aus Nahrungsmitteln ähneln denen der Pollen. Dies wird als Kreuzreaktion oder Kreuzallergie bezeichnet. Im Internet sind Informationen über diese Kreuzreaktionen zu erhalten, sodass während der Pollenzeit auf bestimmte Lebensmittel verzichtet werden kann.

Luftreiniger und Schimmelpilzallergie

Es gibt verschiedene Arten von Schimmelpilzen. Die Sporen der Pilze befinden sich entweder in der Luft, in der Erde oder auf Nahrungsmitteln. Damit Schimmelpilze wachsen und Sporen ausschütten können, brauchen sie ein feuchtes Klima. Bei einer feucht-warmen Witterung gelangen somit mehr Sporen in die Luft.

In Innenräumen können sich Schimmelpilze nur dort entwickeln, wo Feuchtigkeit besteht. Ist der Wohnraum betroffen und von Schimmel befallen, müssen unbedingt Sanierungsmaßnahmen getroffen werden. Luftreiniger stellen in dem Fall eine Übergangslösung dar.

Luftreiniger mit HEPA-Filter können für Schimmelpilzallergiker ebenso zur Entlastung beitragen, wenn durch feucht-warme Witterung Sporen von außen in die Innenräume gelangen.

Auch bei dieser Allergie ist der Luftreiniger eine der Maßnahmen, die zur Besserung der Symptome beitragen kann. Schimmelpilzallergiker müssen ebenfalls weitere Vorkehrungen treffen, wie das Haare waschen nach einem Aufenthalt im Garten oder im Wald oder das Austauschen von Teppichen gegen glatte Bodenbeläge.