Kunststoff-Allergie

Kunststoffallergie: Symptome, Ursachen, Tipps für Allergiker

Informationen zur Kunststoffallergie und Ihren Symptomen mit Infos zu den Kunststoffen und Tipps für Allergiker. In der heutigen Zeit werfen Industrieunternehmen ständig neue Kunststoffarten und Kunststoffprodukte auf den Markt, aktuell gibt es ungefähr 50 unterschiedliche Kunststoffe auf dem Markt. Rein chemisch gesehen handelt es sich um eine Verbindung von großen Polymermolekülen, diese verketten sich mit kleinen Monomerenmolekülen.

Relativ häufig wird die Bezeichnung Kunststoff, Plastik oder Harz auch für ähnliche Materialien benutzt. Genau betrachtet muss man jedoch sagen, bei Kunststoffen handelt es sich um rein synthetische makromolekulare Erzeugnisse und bei Kunstharzen um Zwischenprodukte, aus denen später Kunststoff hergestellt wird. Natürlich vorkommende Zellulose und Gummiarten zählen nicht zu dieser Definition, da diese nicht in einem synthetischen Verfahren hergestellt werden. Leider kommt es immer häufiger zu allergischen Reaktionen auf diese Kunststoffe.

Symptome einer Kunststoff-Allergie

Besteht über einen längeren Zeitraum ein direkter Körperkontakt zu einem Kunststoffmaterial, kann dies bei einigen Menschen unangenehme Auswirkungen hervorrufen. Zu den Hauptreaktionen einer Kunststoffallergie zählen unter anderem, ein auftretender Juckreiz, kleine Hautbläschen, Quaddeln, Schwellungen, Krusten- und Schuppenbildung und Hautrötungen. Betroffen von dieser Allergie und deren Symptomen sind etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Die Symptome der Kunststoffallergie entsprechen denen einer Kontaktallergie, oft treten mehrere Symptome auch gleichzeitig auf.Kunststoffallergie Symptome

  • Hautrötung (Erythem), Haut-Schwellungen (Angioödem)
  • Hautausschlag, Pusteln, Bläschen und Quaddelbildung
  • starker Juckreiz und Brennen auf der Haut
  • Mögliche Folgen sind auch Allergisches-Asthma und Erkrankungen der Atemwege da manche Allergene über Dämpfe eingeatmet werden.
  • Seltener auch Anaphylaktische Symptome, allergischer Schock

Wer solche Symptome bei sich bemerkt sollte einen einen Allergologen aufsuchen, er wird dann anhand der Anamnese Allergietests durchführen. Bei einem Allergietest auf Kontaktallergene bzw. Kunststoffe wird zumeist ein Epikutan- oder Patch-Test durchgeführt. Bei einem Epikutantest werden die verdächtigen Allergene auf dem Rücken mit einem Pflaster aufgebracht. Nach 24-48 Stunden werden die Pflaster entfernt und die Haut-Reaktion geprüft, bilden sich kleine Rötungen oder Pusteln, kann man davon ausgehen das man auf das jeweilige Allergen eine Allergie entwickelt hat.

Ursachen für die Kunststoffallergie

Die Kunststoffallergie zählt zu den sogenannten Kontaktallergien. Unser Immunsystem reagiert bei Kontakt mit bestimmten Kunststoffen mit den erwähnten allergischen Reaktionen, dies liegt daran, das einige Abwehrzellen des menschlichen Organismus diverse Stoffe einfach ablehnen und T-Zellen produzieren, diese rufen eine Entzündungsreaktion hervor. Ein sehr verbreitetes Material, welches eine Kontaktallergie auslösen kann, ist neben verschiedenen Kunststoffen auch Nickel und andere Metalle.

Welche Kunststoffe lösen Allergien aus ?

Fast jeder Kunststoff kann eine Allergie auslösen da sich fast zu jedem Stoff eine Allergie entwickeln kann. Allerdings sind einige Kunststoffe besonders Allergiegefährdend und werden in 3 Gruppen unterteilt:

  • Elastomere sind synthetischer Gummi welcher so in der Natur nicht vorkommt.
  • Thermoplaste: Acryl, Polyacrylate, Methylmethacrylat, Polystyrol, Polyethylen, Polyvinylchlorid, Polyester
  • Duroplaste: Epoxidharz, Polyurethan, Phenol-Formaldehydharze

Diese Stoffe finden sich in sehr vielen Materialien und sind überall in unserem Alltag anzutreffen. So werden künstliche Fingernägel aus Acrylaten hergestellt und aus nicht ausgehärtetem Acrylat werden Zahnprothesen gefertigt. Epoxid- und Formaldehyd-Harze sowie Methacrylate kommen in Klebernm Lacken und in Zement vor. Toluolsulfonamid-Formaldehydharz findet man im Nagellack und anderen Farben. Butylphenol-Formaldehydharz und Acrylate findet man in Klebstoffen bei der Schuhherstellung, Baumaterialien und sogar in Pflastern. Fast alle Materialien die Heute für Produkte verwendet werden können Kunststoff enthalten, dazu gehören auch Brillen, Plastikflaschen, Plastiktüten und andere Gegenstände, daher wird die Kunststoffallergie auch oft als Plastik-Allergie bezeichnet.

Kunststoffallergie, PlastikmüllImmer häufiger wird in den Medien auch über Plastik im Meer berichtet, oft wird das Meer mittlerweile auch als größte Müllkippe der Welt bezeichnet. Auch wenn sich das Plastik im Meer mit den Jahren langsam zersetzt verschwindet es nicht ganz sondern gelangt als Mikroplastik auch in unsere Nahrungskette. Man kann also nicht ausschließen das Menschen mit einer Plastikallergie bzw. Allergie gegen Kunststoffe nicht irgendwann auch auf Microplastik in unserer Nahrung reagieren. Das ist zwar weit her geholt und relativ unwahrscheinlich aber unmöglich erscheint das nicht. Also schützt die Umwelt, trennt Plastik und Kunststoffe, man weiß nicht in welcher Form unsere Umweltsünden zu uns zurück kommen.

Behandlung bei Allergien auf Kunststoffe oder Plastik

Eine Kontaktallergie wie die Kunststoffallergie kann in den meisten Fällen nicht komplett geheilt werden, vielmehr versucht man die Sensibilisierung gegenüber diesen Stoffen zu reduzieren, um so die Symptome zu reduzieren. Hautstellen, die in Kontakt mit Kunststoff kommen, sollten ausgiebig gereinigt werden, dies fördert die Heilung, auch Pflege- und Feuchtigkeitscremes helfen der Haut, sich schneller zu regenerieren.

Bei akuten Symptomen werden oft Kortisonhaltige Salben verschrieben, sie dämmen die Überreaktionen des Immunsystems ein und die Entzündungen treten weniger stark auf. Der Wirkstoff Alitretinoin kann schnell eine Linderung und Reduzierung bei Entzündungen herbeiführen. In jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen, er kann am besten Beurteilen welche Medikamente bei der jeweiligen Reaktion helfen.

Chronische Entzündungen können mit einer UV-Therapie bekämpft werden, das UV-B-Licht oder UV-A-Licht in Verbindung mit dem Wirkstoff Psoralen hat bereits gute Erfolge mit sich bringen können. Spezielle Schutzbekleidung kann dabei helfen, einen längeren Kontakt zu den auslösenden Kunststoffen zu vermeiden.

Die Informationen zur Kunststoffallergie auf unserer Seite wurden auf vertrauenswürdigen Quellen im Internet recherchiert und auch für nicht Mediziner verständlich aufbereitet. Die Informationen welche von uns gesammelt wurden dürfen nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung oder Behandlung durch anerkannte Ärzte betrachtet werden. Sie dienen auch nicht zur Selbstdiagnose sondern nur als Informationsquelle. In jedem Fall sollte bei einer Kunststoffallergie ein Arzt aufgesucht werden.

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