Peyronie-Krankheit Symptome und Ursachen

Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit): Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten 

Während sexuelle Funktionsstörungen wie erektile Dysfunktion oder Libidoverlust sowohl weit verbreitet als auch gesellschaftlich relativ bekannt sind – wenn auch oft noch mit Scham oder Tabus behaftet, gibt es spezifische Erkrankungen, die Männer betreffen, die weitaus weniger bekannt sind und selten öffentlich thematisiert werden. Eine dieser Erkrankungen ist Induratio penis plastica, die sogenannte Peyronie-Krankheit. Was ist über die Erkrankung bekannt, was sind die Ursachen und Symptome, und welche Behandlungsmöglichkeiten stehen Betroffenen heute zur Verfügung?

Definition

Induratio penis plastica (IPP) ist Latein und steht für induratio = Verhärtung, penis = Penis, plastica = Formveränderung/Krümmung. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Penis, bei der sich narbenartiges Gewebe im Schwellkörper bildet. Dadurch wird das Gewebe weniger elastisch, als es bei gesundem Gewebe der Fall ist, was im Verlauf der Erkrankung dazu führen kann, dass der Penis sich bei einer Erektion deutlich krümmt. Der Name Peyronie bezieht sich auf den französischen Chirurgen François de la Peyronie, der die Krankheit im 18. Jahrhundert erstmalig systematisch beschrieben hat.

Ursachen und Risikofaktoren von Induratio penis plastica

Auch wenn die Beschreibung der Krankheit mittlerweile schon mehr als 280 Jahre in der Vergangenheit liegt, sind die genauen Ursachen bislang noch nicht vollständig erforscht. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Peyronie durch Mikroverletzungen des Penisgewebes während einer Erektion bzw. während des Geschlechtsverkehrs entstehen kann bzw. diese Mikroverletzungen die Entstehung begünstigen oder unterstützen. Bei manchen Männern heilen die Verletzungen nicht normal ab, sondern führen im weiteren Verlauf zu einer fehlgesteuerten Narbenbildung im Schwellkörper, wodurch Verhärtungen, sogenannte Plaques, entstehen, die das Gewebe unelastisch machen und die typische Verkrümmung verursachen.

Weiterhin werden immer wieder auch Risikofaktoren ins Spiel gebracht, wenn es um mögliche Ursachen von IPP geht. Dazu zählen insbesondere:

– genetische Veranlagung

– Diabetes mellitus

– rauchen

– arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

– Bindegewebserkrankungen bzw. Störungen des Bindegewebes

Symptome, Phasen und Verlauf von IPP

Bei Induratio penis plastica entwickeln sich die Symptome in der Regel schleichend und verlaufen meist in zwei Phasen – einer akuten, entzündlichen Phase und einer späteren chronischen Phase, in der die Verkrümmung nicht weiter zunimmt. Zu den typischen Symptomen zählen vor allem:

– Penisverkrümmung bei der Erektion

– deutlich tastbare verhärtete Stellen (Plaques) im Penis

– Schmerzen, insbesondere in der Anfangsphase

– Verkürzung des Penis

– Erektionsstörungen

Die Symptome und deren Ausprägung können von Patient zu Patient stark variieren und reichen von kaum spürbaren, bis hin zu deutlichen funktionellen Einschränkungen. Wie bei anderen Erkrankungen ist es daher wichtig, erste Anzeichen ernstzunehmen und sich zeitnah von einem Urologen untersuchen zu lassen, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten. So können geeignete Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten frühzeitig eingeleitet werden.

Gibt es einen Zusammenhang mit Allergien?

Studien deuten darauf hin, dass bei Männern mit Peyronie-Krankheit bestimmte immunologisch geprägte Begleiterkrankungen wie Autoimmunerkrankungen oder entzündliche Erkrankungen häufiger auftreten können. Dazu zählen unter anderem Psoriasis oder Schilddrüsenerkrankungen; auch Allergien und Asthma werden in diesem Zusammenhang diskutiert.
Diese Beobachtungen sprechen dafür, dass eine fehlregulierte Immun- oder Entzündungsreaktion möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielt. Als gesichert gilt jedoch vor allem, dass Peyronie häufig mit kleinen Gewebeverletzungen und einer gestörten Wundheilung in Verbindung gebracht wird. Dabei kann überschüssiges Narbengewebe entstehen, das zur typischen Plaque-Bildung im Penis führt.

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Peyronie-Krankheit

Wie IPP im individuellen Fall behandelt werden kann, ist vor allem von Stadium und Ausprägung der Erkrankung abhängig. Ganz allgemein unterscheidet man zwischen einer konservativen Behandlung in der frühen Phase und weiterführenden Behandlungsmöglichkeiten in der chronischen Phase. In der frühen, entzündlichen Phase geht es vor allem um die Linderung von Schmerzen und die Stabilisierung des Krankheitsverlaufs. Dabei kommen, je nach individuellem Einzelfall unter anderem medikamentöse Behandlungen, Schmerztherapien und Verfahren zur Beeinflussung des Bindegewebes bzw. eine Kombination dieser Ansätze zum Einsatz.

Während eine Operation und die damit verbundenen Risiken lange Zeit die einzige Möglichkeit waren, Peyronie in fortgeschrittenen Stadien zu behandeln, stehen heute, je nach individueller Diagnose auch alternative Verfahren zur Verfügung. Vielversprechend scheint beispielsweise die Behandlung mittels medizinischer Expander zu sein, welche durch mechanische Dehnung des Penis auf das vernarbte Gewebe einwirken, und so eine Reduktion der Krümmung sowie eine Verbesserung der Funktion (Erektionsfähigkeit und Schmerzfreiheit) bewirken können.. In einer im British Journal of Urologie (BJU International) veröffentlichten Studie wurden 93 Patienten mit stabiler Peyronie-Krankheit über einen Zeitraum von 12 Wochen beobachtet. Die Gruppe, welche regelmäßig einen medizinischen Expander nutzte, zeigte eine signifikante Reduktion der Peniskrümmung, während in der Kontrollgruppe keine relevanten Veränderungen beobachtet werden konnten. Allerdings war ausschließlich der PeniMasterPro Gegenstand der Untersuchung, ob andere medizinische Expander ähnliche Ergebnisse liefern, müssen zukünftige Studien zeigen.

Fazit

Wenn Peyronie frühzeitig behandelt wird, sind die Chancen auf eine deutliche Reduktion der Beschwerden und der Krümmung heute insgesamt gut. Viele schieben den Gang zum Arzt aber aus Scham oder Unsicherheit hinaus, was die Behandlung oft schwieriger macht. Ein operativer Eingriff lässt sich unter Umständen durchaus vermeiden, wenn die Erkrankung früh erkannt wird und die Therapie konsequent durchgeführt wird.

Quellen:

Peyronie’s disease and autoimmunity: a real-life clinical study and comprehensive review
Veröffentlicht 2015 im Journal of Sexual Medicine. DOI: 10.1111/jsm.12825

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