Meeresfrüchte-Allergie

Allergie gegen Meeresfrüchte wie Schalen- und Krustentierarten

Krustentier-allergieAllergien gegen Meeresfrüchte und Fische, dem sogenannten „seafood“, treten in Deutschland eher selten auf. Ein deutlich höherer Anteil der auf Schalentiere und Krustentierarten reagierenden Allergiker findet sich im skandinavischen Raum und in den Ländern rund um das Mittelmeer. Zu den Schalentieren zählen allgemeinhin Austern und Muscheln aber ebenso Seeschnecken und Tintenfisch. Als Krustentiere werden unter anderem Krabben, Krebse, Garnelen und Langusten sowie Hummer, Scampi und Crevetten bezeichnet.


Häufig reagieren Betroffene auf lediglich einzelne Schalen- oder Krustentierarten und vertragen möglicherweise dennoch die anderen. Bekannt ist, dass das individuelle Allergiespektrum eines Nahrungsmittel-Allergikers nicht dauerhaft konstant ist, sondern sich im Laufe der Zeit durchaus in beiderlei Richtungen bewegt.

Das Krankheitsbild der Meeresfrüchte-Allergie

Bei einer Nahrungsmittelallergie handelt es sich um eine körpereigene Überempfindlichkeit gegenüber Lebensmitteln. Diese kann altersunabhängig jederzeit auftreten, entwickelt sich jedoch häufig bereits in der Kindheit. Der Körper reagiert auf einzelne Nahrungsmittelbestandteile mit allergietypischen Symptomen. Oftmals reichen bereits kleinste Mengen des Allergens, um die Beschwerden auszulösen. Auch die Meeresfrüchteallergie gehört zu dieser Allergiegruppe.

Ursachen und Reaktion bei einer Krusten- und  Schalentier-Allergie

Auslöser der Schalentierallergie sind die in den Salzwassertieren sowie im Fisch enthaltenen komplexen Proteinverbindungen. In den meisten Fällen treten allergische Reaktionen rund 30 Minuten nach dem Verzehr des allergieauslösenden Lebensmittels auf. In geringerem Umfang reagieren Betroffene auch erst deutlich später auf das konsumierte Allergen. In extremen Fällen allerdings können sogar die bei der Zubereitung von Meeresfrüchten entstehenden Dämpfe bereits die allergietypischen Symptome auslösen.

Die Symptome der Meeresfrüchte-Allergie

Ein Allergiker reagiert je nach Körperregion mit unterschiedlichen Symptomen. Typischerweise bestehen bei einer Allergie gegen Schalen- und Krusten-Tierarten die Hauptsymptome zunächst in einer Hautreaktion. Aber auch Magenschmerzen und Übelkeit werden von einer Meeresfrüchte-Allergie ausgelöst.schalentierallergie

  • Magenschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen
  • Jucken in Hals und Rachen
  • Hautentzündungen, Juckreiz der Haut, Hautjucken
  • Ekzeme, Hautausschlag, Hautreizungen, Hautrötungen
  • allergischer Schnupfen, jucken der Nase
  • Laufende Nase, Naselaufen, Dauerschnupfen

Eine der üblichsten Hautreaktionen nach Allergenkontakt ist die Bildung von roten und juckenden Stellen, welche dem des Kontaktes mit Brennnesseln ähneln. Nicht selten entstehen zudem Quaddeln an verschiedenen Körperstellen in unterschiedlicher Ausprägung. Typischerweise entwickeln Allergiker ebenfalls spontane Schwellungen, meist im Gesicht, an den Lippen oder auch im Mund- und Rachenraum. Etwa ein Drittel aller Betroffener entwickelt orale Allergiesymptome. Diese äußern sich beispielsweise in einem pelzigen Gefühl im Mund und auf der Zunge sowie einem Juckreiz im Rachen. Die Augen des Allergikers können sich rasch röten und es entwickelt sich vermehrter Tränenfluss und Juckreiz. Nicht wenige Betroffene leiden zudem an einer Behinderung der Nasenatmung mit Niesreiz und Schleimbildung.

In extremen Fällen tritt ein Engegefühl in der Brust mit Atemnot auf oder es kommt zu Juckreiz im Ohrenbereich mit Entzündungsentwicklung im Mittelohr. Weiterhin sind Symptome im Magen-Darm-Trakt nicht selten. Typisch sind ein Druckgefühl im Oberbauch, ein Völlegefühl aber ebenfalls Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. In seltenen Fällen kommt es zu einer Rötung und einem Juckreiz im Bereich des Darmausgangs. In zahlreichen Fällen leidet der Betroffene an mehreren gleichzeitig auftretenden Symptomen der Krustentierallergie.

Wer bei sich die oben genannten Symptome feststellt und den verdacht hat auf Meeresfrüchte allergisch zu reagieren, sollte einen Arzt aufsuchen und einen Allergietest veranlassen. Am besten ist es wenn man genau weiß auf was man allergisch reagiert hat und das dem Arzt direkt mitteilt. Der Arzt kann dann bei einem Allergietest gezielt nach dem Allergen suchen.

Kreuzallergien zur Meeresfrüchte-Allergie

Je höher der Verwandtschaftsgrad zwischen allergenen Stoffen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe der Zeit eine sogenannte Kreuzallergie zu entwickeln.
Hummer-Lobster-KrustentierallergieBei einer Allergie gegen Schalen- und Krustentierarten dehnt sich möglicherweise die Reaktion weitergehend aus. Dabei muss diese nicht ausschließlich auf Schalen- und Krustentiere beschränkt bleiben, sondern kann durchaus zu einer Unverträglichkeit gegen weitere Fischarten führen. Wer beispielsweise zunächst an einer Krabbenunverträglichkeit leidet, reagiert möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls auf Hummer, Austern oder auch Tintenfisch. Aber auch auf normalen Fisch dem Lachs oder Hering kann man mit einer Fischallergie reagieren. Als typische Kreuzallergie im Falle der Reaktion auf Meeresfrüchte ist weiterhin eine Ausdehnung auf Hausstaub, die sogenannte Milbenallergie bekannt.

Fischprodukte vermeiden

Betroffene sollten grundsätzlich auf das allergieauslösende Nahrungsmittel verzichten. In extremen Fällen sollten sogar die Zubereitungsdämpfe oder der reine Kontakt strikt vermieden werden. Neben dem Verzehrverzicht der Schalentiere und/oder Meeresfrüchte allgemein gilt es zudem, ein Höchstmaß an Vorsicht auch bei anderen fischhaltigen Produkten walten zu lassen. Hierzu zählen unter anderem auch Fischkonserven mit Salzwasserfischen aber ebenso Fischprodukte wie Lachsersatz, Krabbenbutter, Fischsaucen, asiatische Krabbenchips oder Surimi. Also im Grunde gegen fast alle Meeresfrüchte oder Produkte die aus Meeresfrüchten hergestellt werden.