Pollen Allergie

Pollen Allergie: Symptome, Ursachen und Tipps bei Heuschnupfen

Die Pollen Allergie ist eine weit verbreitete Allergie, in ganz Deutschland existieren mehrere Millionen Betroffene. Pollenallergiker haben meist ab dem Frühjahr mit der Krankheit zu kämpfen. Die Pollen stammen hierbei von Gräsern, Bäumen oder Kräutern, sodass sie das gesamte Jahr über auftauchen können. Je nach Temperatur, Wetter, Witterung und Jahreszeit fällt die Pollen Allergie bei den Betroffenen stärker oder schwächer aus. Die Pollen setzen sich stets auf den Schleimhäuten an und lösen eine allergische Reaktion in Form von tränenden und juckenden Augen und anderen Symptomen aus. Gewisse Pollen sind hierbei gefährlicher als andere, da sie schlimmere allergische Reaktionen hervorrufen.


Viele Menschen leiden unter einer Allergie gegen Pollen

Ab dem Frühjahr fliegen zahlreiche unterschiedliche Pflanzen-Pollen durch die Luft. Vor allem für Pollen Allergiker beginnt dann die Zeit des Leidens. Deutschlandweit sind rund 16 Prozent der Bevölkerung, welche auch als Heuschnupfen, Rhinitis oder Pollenrhinopathie bekannt ist, betroffen. Andere Studien wiederum belegen eine Betroffenheit von rund einem Drittel der Bevölkerung. Nachweislich leiden Frauen öfter unter Heuschnupfen als Männer, da rund 39 Prozent aller Frauen sowie 27 Prozent aller Männer in Deutschland allergisch auf Pflanzen und deren Pollen reagieren. Bei rund der Hälfte der Betroffenen allerdings schlägt eine Therapie für Heuschnupfen an, sodass die tatsächliche Anzahl an Kranken geringer ist. Von der Pollen Allergie sind Menschen jedes Alters betroffen. Bei den meisten Patienten allerdings entwickelt sich die Krankheit bereits in der Kindheit oder während ihrer Jugend. Inzwischen tritt aber immer öfter die Krankheit erst im Erwachsenenalter auf.

Die Anzahl von Pollenallergikern in Deutschland nimmt außerdem in den letzten Jahren laufend zu. Die Gründe sind bisher unbekannt. Neben einem höheren Hygienestandard in den Entwicklungsländern kann auch das Aufwachsen ohne Tiere ein Grund hierfür sein. Zudem scheinen Umweltgifte sowie die Umweltverschmutzung als weitere mögliche Gründe aufzutreten.

Pollen Allergie durch Immunsystemfehler

Die Pollen-Allergie gehört, wie das allergische Asthma oder die Neurodermitis, der Gruppe der atopischen Erkrankungen an. Die Krankheitsursache liegt in der Neigung, beim Kontakt mit bestimmten Substanzen überzureagieren. Diese Substanzen befinden sich hierbei in der Umwelt. Obwohl der Heuschnupfen meist bei Einzelpersonen auftritt, kann er dennoch weiter vererbt werden.

Bei Betroffenen der Krankheit reagiert das Immunsystem auf den Eiweißstoff der Pollen die sogenannten Allergene. Im Normalfall lernt das Immunsystem aber bei Erstkontakt mit dem fremden Eiweißstoff umzugehen. Das Immunsystem der Allergiker wird allerdings sensibilisiert und reagiert auf die Pollenbestandteile. Ein verändertes Reaktionsmuster entwickelt sich, sodass bei erneutem Kontakt körpereigene Substanzen freigesetzt werden. Diese äußern sich in Form der Pollenallergie bzw des Heuschnupfens.

Unterschied je nach Saison

birkenpollen-allergieZusätzlich unterscheiden sich je nach Jahreszeit die auftretenden Pollen, sodass die Allergie mitsamt der möglichen Beschwerden bei den Betroffenen unterschiedlich auftritt. Im Frühjahr verursachen meist die Pollen von Bäumen wie etwa Erle, Esche, Birke oder Hasel die typischen Symptome. Während der Sommermonate kommen Getreidepollen mitsamt Gräser hinzu. Kräuterpollen, vor allem von Beifuß und Traubenkraut, verursachen im Herbst allergische Reaktionen. Da im Winter kaum Pollenflug herrscht, ist dies die einzige Jahreszeit, in welcher Allergiker etwas verschont bleiben. Dennoch existiert eine Art ganzjähriger Heuschnupfen für all jene Betroffene, welche beispielsweise auf Hausstaubmilben oder bestimmte Arten von Schimmelpilzen allergisch sind. Die Symptome sind bei dieser Allergie nahezu identisch mit dem herkömmlichen Heuschnupfen. Da sich in den letzten Jahren durch das milde Klima der Pollenflug zudem verändert hat, kann der jeweilige Pollenflug länger dauern bzw. früher anfangen. Treten zum Beispiel Ende November die letzten Pollen auf, kann sich der Flug bis in den Dezember verlängern. Im Dezember wiederum fliegen bereits die ersten Haselnusspollen. Dies bedeutet, dass es letztendlich einen ganzjährigen Pollenflug und somit immer einen möglichen Heuschnupfen gibt. Mehr Infos zu den Flugzeiten der Pollen findet man in unserem Pollenflug-Kalender.

Pollen Allergie Symptome

Die Symptome ähneln denen einer Erkältung, ziehen sich dann aber zumeist wesentlich länger hin und können sehr stark ausgeprägt sein. Je nach Saison kann die Pollen Allergie unterschiedlichste Symptome hervorrufen. Bei den meisten Patienten treten Niesattacken mit einer starken Sekretion mitsamt blockierter Nase auf. Zudem ist eine Bindehautentzündung, bei welcher juckende, gerötete sowie tränende Augen, nicht selten. An den Schleimhäuten tritt zudem ein Juckreiz auf. Bei vielen Betroffenen entwickelt sich außerdem ein Husten bzw. eine Bronchitis, welche sich in Asthmaanfälle umwandeln kann.

  • pollenallergieLaufen der Nase, mit allergischem Schnupfen
  • Niesen und Jucken sowie anschwellen der Nasenschleimhäute
  • Reizung der Atemwege, Husten bis hin zu allergischem Asthma
  • Jucken und brennen der Augen
  • Hautrötungen und Pusteln
  • Bei starken Reaktionen auch anaphylaktische Symptome, Allergie Shock

Nicht selten tritt bei der Pollen Allergie ein „Etagenwechsel“ auf. Die Krankheit beginnt hierbei in den „oberen Etagen“ wie den Augen und Nase und greift langsam auf die „unteren Etagen“ wie die Lunge über. Dies bedeutet, dass zu Krankheitsbeginn meist nur juckende Augen oder gereizten Schleimhäuten vorhanden sind und sich letztendlich allergisches Asthma entwickelt. Spätestens an diesem Krankheitspunkt sollte ein Arzt aufgesucht werden, welcher eine Diagnose samt Behandlung stellt. Bei einer früh genug gestellten Diagnose können Folgeschäden wie allergisches Asthma in vielen Fällen verhindert werden.

In gewissen Fällen kann sich die Pollen Allergie mit anderen Allergien vereinen und dadurch zu sogenannten Kreuzallergien entwickeln. Eiweißstoffe, welche den Allergieauslösern stark ähnlichen und ihn anderen pflanzlichen Geweben wie beispielsweise Nahrungsmitteln, lösen hierbei dieselben allergischen Reaktionen aus. Betroffene, welche zum Beispiel allergisch auf Birkenpollen reagieren, vertragen meist kein Steinobst und vor allem keine Äpfel. Betroffene mit einer Allergie gegenüber Kräutern andererseits vertragen nur schwer Sellerie und Kräutergewürze.

Diagnose durch den Arzt

Um die Diagnose bezüglich Pollen Allergie vom Arzt zu erhalten, existieren mehrere Verfahren. Zunächst wird ein Anamnesegespräch durchgeführt, in welchem die Beschwerden mit dem dazugehörigen Zeitfenster aufgelistet werden. Ein Allergietagebuch hilft bei der genauen Erfassung des Zeitraumes und der Symptome. Im Tagebuch können des Weiteren die Ernährung, die bestehenden Umwelteinflüsse und die körperlichen Aktivitäten genau mitgeführt werden, um dem behandelten Arzt bei der Diagnosestellung zu helfen.

Zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten der Pollen Allergie

pollenallergie-testDa das Anamnesegespräch lediglich eine mündliche Diagnose stellen kann, wird das Gespräch mittels verschiedener Tests ergänzt. Meist wird ein Hauttest durchgeführt, bei welchem zahlreiche verschiedene Testsubstanzen auf die Haut getropft werden. Jene Substanzen enthalten mögliche Allergieauslöser, sodass eine Pollen Allergie direkt auf der Haut ausgelöst wird. Im Anschluss ritzt der Arzt die oberste Hautschicht an. Binnen zehn bis fünfzehn Minuten reagiert die Haut mit einem Jucken, wenn eine positive Testreaktion, also eine Allergie, besteht. In manchen Fällen kann es aber passieren, dass für einen Hauttest mehrere Termine beim Arzt notwendig sind.

Führt der Hauttest zu keinem Ergebnis, kann sich eine Pollen Allergie auch über einen Bluttest feststellen lassen. Da sich die Allergie im gesamten Immunsystem feststellen lässt, kann der Arzt auch die sich entwickelten Antikörper im Blut nachweisen. Diese Untersuchung ist allerdings aufwändiger als der Hauttest, sodass beim Bluttest gezielt Antikörper bestimmt werden, welche gegen die Allergieauslöser vorgehen, welche im Zuge des Hauttests verdächtig erscheinen.

Ist die Pollen Allergie schon so weit fortgeschritten, dass der Betroffene unter Asthma leidet, kann eine Lungenfunktionsprüfung feststellen, ob sich die Bronchien verengt haben. Die Lungenfunktionsprüfung dient ebenfalls als eine Art „Provokationstest“, bei welchem sich unter anderem prüfen lässt, ob sich die Lungenfunktion verändert, nachdem ein mögliches Allergen eingeatmet wurde. Wird eine „nasale Provokation“ durchgeführt, kann gleichzeitig geprüft werden, ob die Nasenschleimhaut auf ein Allergen reagiert.

Tritt der Fall einer Hyposensibilisierung ein, hilft meist nur noch eine Impfkur. Bei dieser wird dem Körper über einen Impfstoff eine steigende Menge an Allergieauslösern zugeführt, damit das Immunsystem von sich aus eine Toleranz gegenüber Allergieauslöser entwickelt und gegen die jeweiligen Pollen immun wird. Die Impfkur wird in zwei Formen betrieben. Entweder findet eine Injektionsimpfkur bzw. spezifische Immuntherapie (SIT) statt, bei welcher bestimmte Allergieauslöser in den Oberarm gespritzt werden. Die Dosis steigert sich hierbei stetig. Oder der Patient nimmt lösliche Tabletten im regelmäßigen Zustand im Rahmen einer Schluckimpfung bzw. sublingualen Immuntherapie (SLIT) statt. Bei Bedarfsfall können bei der Impfkur auch andere antiallergische Medikamente verwendet werden. Diese Hyposensibilisierung hilft nicht augenblicklich, da sie erst nach mehreren Jahren in Kraft tritt. Der Erfolg der Impfkur wird durch jährliche Kontrollen mitsamt Hautallergietest überprüft.

Behandlung bei einer Pollen Allergie

Wird ein positiver Befund bezüglich Pollen Allergie festgestellt, gibt es, gleich wie bei den Tests, mehrere Möglichkeiten zur Behandlung. Die jeweilige Behandlung sollte allerdings immer dem Schweregrad der Symptome angepasst werden. Die einfachste Methode ist hierbei die Allergenvermeidung. Diese Behandlungsmethode geschieht ohne Medikamente, da sie darauf beruht, den Kontakt mit dem Allergieauslöser zu vermeiden. Im Falle der Pollen Allergie ist daher der Zugang zu frei zugänglichen Pollen zu begrenzen.

Auch örtliche Behandlung möglich

Die örtliche Behandlung der Pollen Allergie kann durch unterschiedliche Medikamente erfolgen. Neben Augentropfen für gereizte und juckende Augen helfen oft Nasensprays und Cremes. Die meisten Medikamente beinhalten allerdings im Normalfall Antihistamine oder Kortison. Diese sollen einer allergischen Entzündung entgegenwirken. Gleichzeitig verschreiben die meisten Ärzte Tabletten für die Behandlung. Die sogenannten Antiallergika beinhalten ebenfalls Substanzen, welche wie Antihistamine wirken. Die Tabletten sind vor allem bei einer Behandlung mit milden bis mittelschweren Fällen vorgesehen. Wie lange die Tabletten bzw. Nasentropfen genommen werden dürfen, hängt vom jeweiligen Medikament ab. Tabletten werden im Regelfall einmal täglich eingenommen und beinhalten nahezu keine Nebenwirkungen. Nasentropfen allerdings sollten nicht länger als zehn Tage im Einsatz sein, da sie bereits in diesem kurzen Zeitraum für eine Abhängigkeit sorgen können.

Eigene Maßnahmen bei einer Pollen Allergie

Helfen die Behandlungsmethoden kaum bis nicht oder möchte man keine medikamentale Behandlung verwenden, helfen auch eigene Maßnahmen gegenüber der Pollen Allergie. Es gibt auf unseren Webseiten auch einen Pollenflugkalender, in welchem genau aufgelistet wird, wann welche Pollen in der Luft sind. Zudem lassen sich jederzeit die frei zugänglichen Informationen des Pollenwarndienstes abrufen. Bei sonnigen bzw. windigen Tagen ist ein Aufenthalt im Freien zudem nicht ratsam, da vor allem rund um Wiesen und Feldern ein erhöhter Pollenflug stattfindet. Kleidung und Haare sollten des Weiteren täglich gewaschen bzw. gewechselt werden, da Pollen sich in ihnen festsetzen können. Zusätzlich zur Therapie oder gesondert helfen bei vielen Betroffenen eine Nasenspülung mit einer isotonischer Salzlösung.

Es gibt auch einige Produkte die einem das Leben mit dem Heuschnupfen erleichtern können, dazu gehören Pollenschutzgitter für Fenster und Türen sowie Nasenfilter und Atemluftfilter. Aber auch ein Staubsauger mit einem Pollenfilter bzw. Hepafilter hilft dabei die lästigen Pollen in der Wohnung zu beseitigen.